IT-Management | IT im Unternehmen | 12-2009 Vom Putzlappenproduzent zum internationalen Rechenzentrums-Profi

IT-Outsourcing

Vom Putzlappenproduzent zum internationalen Rechenzentrums-Profi

Das deutsche Familienunternehmen Freudenberg, das mit Marken wie »vileda« in vielen Supermärkten vertreten ist, zählt zu den erfolgreichsten IT-Auslagerern weltweit. Mit Rechenzentren in aller Welt und als IT-Berater trotzen die »Abkömmlinge der Putzlappen-Dynastie« der Wirtschaftskrise. Jetzt investiert die Firma nochmals 25 Millionen Euro in Rechenzentren.



Manfred Kohlen
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Familien-IT-Betrieb

Rechenzentren in Familienbesitz - geht das? Freudenberg IT sagt »ja« und investiert noch einmal 25 Millionen Euro in den erneuten Trend zur Auslagerung von IT-Diensten. Große Rechenzentren entstehen in Weinheim in Deutschland und in Durham in den USA, bisher existieren bereits mehrere ausgelagerte IT-Dienstleister in anderen Ländern.

Nach einer Studie der Pierre Audoin Consultants (PAC), einer Beratungs- und Marktanalyse-Gesellschaft für die Software und IT-Services Industrie (SITSI), schon vom Februar 2008 liegt die Freudenberg IT in Deutschland an der Spitze der ausgegründeten IT-Unternehmen. Im internationalen Geschäft liege das Freudenberg-Unternehmen auf Rang zwei der IT-Ausgründungen deutscher Unternehmen, äußert das Marketing der Firma. Und nach eigenen Aussagen erwirtschaftet das outgesourcte Unternehmen aktuell mehr als 75 Prozent seines Umsatzes mit Geschäften im freien Markt - nur ein Viertel stammt vom Mutter-Unternehmen.

 

So fing's an: mit Gummi wurden die Freudenbergs reich, mit Samthandschuhen wollen sie nun die IT anpacken.

 Statt auf große undurchschaubare »Clouds« im Internet zu setzen bekommt hier jeder Kunde offenbar seine eigene Wolke.

Dass dies alles einmal 1909 mit dem ersten Patent für Gummiprodukte begann, interessiert in modernen Zeiten fast niemand mehr. Das Patent stammte 1909 von der »Farbenfabrik«, der späteren Bayer AG. Doch der erste kommerzielle Produzent und Lizenznehmer von Kunst-Kautschuk war um 1915 die Firma Freudenberg. Noch heute existiert sie und produziert neben Gummi (Dichtungen und mehr) sowie Vließstoffen für die Haushaltsverwendung (hier bekannt unter dem Namen vileda) modernste Informationstechnik: Einer der größten Betreiber von weltweiten Rechenzentren ist aus der Auslagerung des IT-Helpdesks im traditionellen Familienbetrieb entstanden.

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